Unsere heimische Band Sauerkirsch war am 25. + 26.3.2011 wieder zu ihren legendären Unplugged Konzerten in Staudach Hier gehts zur Info Seite v. Sauerkirsch
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Traunsteiner Tagblatt 5. 4 . 2011

Lachtränen und Musik auf hohem Niveau
Sauerkirsch gab zwei umjubelte Unplugged Konzerte im Staudacher Gasthof Mühlwinkl

Die ganze Bandbreite des Sauerkirsch-Konzerts auf der Staudacher Musikbühne erfasst man, wenn man sich während des Konzerts einerseits den in den Sechzigern stehenden Zuhörer betrachtet, der so von Lachen geschüttelt wird, dass ihm die Tränen die Wangen herunter laufen.Wenn dann andererseits in der Pause der Stammbesucher enthusiastisch von der Bläsergruppe, deren Können und präzisen Einsätzen redet.

Dazwischen zwischen dem lauten Lachen der begeisterten Zuschauer und Musik auf hohem Niveau, da liegen die Unplugged-Konzerte von Sauerkirsch.
Wie vor zwei und vor vier Jahren sitzen die Musiker in der Mitte des vollgefüllten Saales des Gasthofes Mühlwinkl.
Auf der Bühne finden sich die Zuschauer auf Bierbank-Garnituren, die unten im Saal rund um die Musiker keinen Platz gefunden haben.
Neun Musiker sind es.
Der Martin Wilhelm ist verantwortlich für die Wortbeiträge, den Gesang und die Präsentation. Er steht im Mittelpunkt, prägt den kraftvollen Gesang. Und auch wenn die Mitgitarristen immer stöhnen, sobald er zur Gitarre greift, Gitarre spielen kann er auch.

Die verschiedenen Gesichter des Martin Wilhelm
Er macht sich zum Clown durch unterschiedliche Kopfbedeckungen, unterschiedliches Outfit, wie auch durch seine Selbstironie. Thomas Gartner, Mitbegründer der Band steuert mit jahrzehnte- langer Erfahrung eine der beiden Gitarren bei. Ihm zur Seite Georg Meier, ebenfalls Gitarrist, ebenfalls seit Jahrzehnten in der Chiemgauer Musikszene unterwegs. Zwei alte Hasen also, bestens vertraut mit ihren Instrumenten und jeder mit seinem eigenen Stil. Zusammen mit dem Martin Wilhelm, dem Maschtei, sind das die drei Köpfe, die das Saalpublikum auf ihren Barhockern überragen. Eher verdeckt, im Orchestergraben sozusagen, werkeln dann die anderen.Endlich wieder nach längerer Verletzungspause dabei der "Fats", also Peter Janotta, an den Drums,
dann der Markus Reiter an seinem ausgezeichneten Piano, der Peter Lechner an Bass und Tuba, der Mann für die bayerische Urgewalt im Sound. Mit satten Bläsertönen setzen Peter Lechner (Sax) Franz Pichl (Sax) und Josef Lechner (Trompete) nachdrücklich Akzente. Das alles mischen die Jungs auf hohem Niveau zu einer ganz persönlichen Mixtur aus Rhythm § Blues, Rock n' Roll, Reggae mit Klassikern und eigenen, humorvollen Songs und Texten. Dem Konzert tat es gut, dass dieses Mal sehr viele fremde Gesichter die seltenen Eintrittskarten ergattert hatten. Weil dieses erstmals im Leben mit den Sauerkirschtexten konfrontiert wurde,
gab es schon während der Stücke besonderen Spaß und lautes Gelächter. "Heb dein Rock auf", "Stell die net so a", "Das gelbe Haus" und natürlich "Mit der Latten auf der Matten im Freibad im Schatten!" Das volle Sauerkirsch-Programm. Und dazwischen die Moderation vom Martin Wilhelm. Ein Beispiel: Der Witz, dass im Münchner Hauptbahnhof der Bettler am meisten absahnt, der auf seiner Tafel stehen hat "Bin Preuße, will heim!" ist ja nett. Aber was der Maschtei daraus macht, ist einfach unglaublich.
Er stellt da die Geschichte von einer Mofafahrt mit Rückenwind vom Maserer hinab voran. Er lenkt, weit vorgebeugt, damit er hinten den Gartei, den Thomas Gartner mit den beiden Gitarren in jeder Hand im Gleichgewicht auf dem Mofa hält. Auf die A8 abgebogen, den Polizeihubschrauber im Nacken, düsen die beiden dann nach München um im Hauptbahnhof Musik zu machen. "Blowing in the wind" war das erste Stück, dass die beiden damals in der Jugend anstimmten und das nun als Running Gag immer wieder zu Gitarreneinsätzen des Gartei durch den ganzen Konzertabend führt. Aber auch neue Stücke hatte Sauerkirsch mitgebracht, wie den Frosch-Rapp. Auch dazu natürlich wieder eine Geschichte vom Frosch im Zwillingsreifen des LKW auf der Fahrt von Reit im Winkl nach Ruhpolding.
Und natürlich gab der Maschtei auch wieder seine heftig umjubelte Elvisparodie. Mit Anspielungen zog er immer wieder die Mitmusiker mit in das Gespräch und von denen gab es dann auch wieder schlag- fertig Kontra. Doch es gab sie auch, die stillen Momente. Wenn man einfach nur da saß, den zum Greifen nahen Musikern zuhörte, auf die Feinheiten des Spieles und des Stückes wie bei "De Sonn" achtete. Und auch wenn die Musiker immer wieder drängten, mehr zu spielen und weniger zu reden, damit die 28 eingespielten Stücke zu Gehör kämen,

dem Publikum wurde die gelungene Mischung aus Wortbeiträgen und feiner Musik nie langweilig. Mit Zwischenrufen und lautem Beifall verlangten sie eher nach mehr. Zum Schluss verließ es restlos begeistert den Mühlwinkl.
Und viele hätten sich wohl gleich Karten für den nächsten Tag, das zweite Sauerkirchkonzert gekauft, wenn, ja wenn, die nicht schon längst wieder ausverkauft gewesen wären. Auch an jenem Abend wieder volles Haus im Mühlwinkl und eine bestens aufgelegte Band mit einem bestens aufgelegten Bandleader Martin Wilhelm. Und auch, wer dann zum zweiten Mal da war, wie z.B. die Musiker, dem wurde es nicht langweilig. Immer hatte der Maschtei auch wieder was Neues zu erzählen. Letztendlich war das zweite Konzert so rund wie das erste. Ein grandioser Abend eben.

Text: Ludwig Flug; Fotos: Alex Welte ; Mehr Fotos bei Picasa Stichwort: Staudacher Musikbühne, Sauerkirsch Unplugged