Paul Lamb & the King Snakes spielten am 16.3.2013 und am 11. April 2003 auf der Staudacher Musikbühne.
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Paul Lamb nennt seine Band "The King Snakes" im Infotext etwas unbescheiden "The best Blues Band in Britain". Er kann es sich allerdings leisten, denn immerhin gewannen sie ein halbes Dutzend mal die BBC ANNUAL AWARDS.

Er selbst räumte den Preis so oft ab, dass er nun Mitglied der illustren Hall of Fame ist. Paul Lamb darf man in einem Atemzug mit den amerikanischen Harpern Rod Piazza, Kim Wilson und Charlie Musselwhite nennen.

Die musikalische Musikrichtung ist traditioneller Harp-Blues der Premium-Klasse in der Tradition des West-Coast Swing und Jump, garniert mit einem ordentlichen Schuss Chicago-Blues. Die Spielfreude hat nicht gelitten und live ist Paul Lamb immer eine Bank.

Besetzung : Paul Lamb (harp/voc), Ryan Lamb (gt), Chad Strenz (gt/voc), Rod Demmick (acc-b/voc), Dino Coccia (dr)
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Traunsteiner Tagblatt den 23.3.2013

Mundharmonika und satter Blues
Paul Lamb & The King Snakes
am 16.3.2013 in der Staudacher Musikbühne


Haben Sie schon mal ein Mundharmonika-Konzert erlebt? Ich auch nicht. Wer nun ungläubig die Stirn runzelt, sollte weiter lesen. Mundharmonika, zwei Gitarren, die Leadgitarre (Ryan Lamb) davon mit einer unglaublichen Brillanz, ein satter, sauberer Bass und ein Schlagzeug im Hintergrund: willkommen bei Paul Lamb und seinen King Snakes. Paul Lamb, wahrhaft kein unbeschriebenes Blatt, seit über vier (!) Jahrzehnten im Geschäft weiß den Blues zu zelebrieren, seine Mannen, einer davon sein Sohn Ryan, fügen sich nahtlos ein.

So war wieder einmal ein besonderes Schmankerl im Gasthof Mühlwinkl auf der Musikbühne geboten. Zuletzt 2003 in Staudach, stellten Paul Lamb und seine Musiker abermals eindrucksvoll unter Beweis, dass der Blues lebt und auch eine Mundharmonika ein vollwertiges, ja, in diesem Falle sogar unverzichtbares Instrument ist.
Mit anderen Worten: der Mann hat es drauf.

Einerlei ob ruhige Balladen, die zu untermalen nur sanfte Töne erforderlich sind, oder stampfende, vorwärts peitschende Blues Rhythmen, bei denen der Kanzellenkörper (umgangssprachlich „Kamm“ für das Instrument) die Akkorde mit aller Wucht nach vorne bringt. Eindrucksvoll ist das passende Wort.

Eindrucksvoll aber auch das Programm der Band, welches sich auf der aktuellen Life CD „The Games People Play“ wiederfindet. Das schnelle „I got a women“ oder das stimmige „Black Jack Game“ waren nicht nur gerne gehört, sondern sorgten im ausverkauften Saal für große Begeisterung. Auch das (Mundharmonika)Solo von Paul Lamb zu Beginn des zweiten Sets, bei dem die bekannte George Gershwin Nummer „Summertime“ ausschließlich auf dem kleinen Mund geblasenen Instrument dargeboten wurde, war perfekt, in gewisser Weise aber auch artistisch. Gelang es Paul Lamb doch tatsächlich mit einem kleinen Versatz teilweise zeitgleich zu singen und zu spielen. Magic.

Die Musiker sorgten mit entspannter Lässigkeit für ein rundum sorglos Paket.
Der ältere Herr mit Strohhut am Bass (Rod Demick) konnte sowohl stimmlich als auch durch seinen sonoren Bass überzeugen.
Am Schlagzeug zeigte Dino Coccia eine überzeugende aber eher zurückhaltende Leistung, während die Gitarre von Sohn Ryan Lamb schon fast als virtuos bezeichnet werden darf.

Auch Leadsänger und Gitarrist Chad Strentz war über jeden Zweifel erhaben, mit unglaublicher Coolness und Bravour war sein Part die konsequente Fortführung des Konzeptes: Blues at his best. Paul Lamb ohnehin Meister seines Fachs, wie selbst Mark Knopfler bestätigt, indem er sagt: „Besser kann man keine Blues Mundharmonika spielen“.
Einziger Wermutstropfen, die schon fast minutiös eingehaltene Spielzeit von 2x 45Minuten und eine Zugabe zeigen, das auch leidenschaftliches musizieren als Profession betrieben nicht immer gleichbedeutend für unendliche Spielfreude steht.

Nichts desto trotz, ein phantastisches Konzert in hoher Qualität und die – für mich zumindest – überraschende Erkenntnis: ein Konzert mit einer Mundharmonika in der Hauptrolle ist durchaus hörens- und erlebenswert.

© Udo Kewitsch, 18.03.13
Fotos : Alex Welte

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Traunsteiner Tagblatt Donnerstag 17. April 2003 ;

“Mühlwinkl Award” für Paul Lamb

Preisgekrönte britische Bluesband auf der Staudacher Musikbühne

Um es vorweg zu nehmen: alle bisherigen Preise, mit der die fünfköpfige Band PaulLamb & The King Snakes bisher ausgezeichnet wurde, darunter ein Platz in der "Hallof Fame" als mehrfach beste Bluesband des Vereinigten Königreichs, wurdensicherlich zu Recht vergeben, denn die Vorstellung im Gasthaus Mühlwinkl in Staudach bewies die unglaubliche Virtuosität der seit 1990 bestehenden Formation.

"Blues for the Hometown", so lautete der Eröffnungstitel, den Paul Lamb mit seinerBluesharp inszenierte und mit dem er das Publikum sofort in seinen Bann zog.
Im "Zwiegespräch" zwischen dem Gitarristen Johnny Whitehill und Paul mit der Mundharmonika zeigte sich immer wieder die enorme Spielfreude und Energie der Band, die direkt aus Downtown Chicago zu kommen schien.
Entscheidend prägte den Sound, aber auch die warme, samtige Bluesstimme des Sängers Earl Green, die besonders bei "Take your Time and get it right" so richtig unter die Haut ging.

Stürmisch wurde es, als John Whitehill bei seinem Solo in die Saiten seiner
Bluesgitarre griff, schlagkräftig unterstützt von Sonny Below am Schlagzeug und dem immer lustigen Rod Demmick tanzend an seinem Kontrabass.

Gäbe es den "Mühlwinkl Award", die Band und ganz besonders Paul Lamb, der Hexer mit der Bluesharp, hätten ihn sich mit dem fetzigen Titel "The Pillow" der dann in einen Country – Rockabilly ”Hootin´ and Screamin´” wechselte, auf jeden Fall verdient.
Bei diesen Titel wanderte Paul durch die Tischreihen und führte einzelen Mundharmonika
Gespräche mit den begeisternden Zuhörern.
Bei so viel "Good Stuff", so ein weiteres Highlight des Abends, war es auch nichtverwunderlich, dass die begeisterten Zuhörer mit unaufhörlichem Beifall eine Zugabe nach der anderen forderten, und die fünf Londoner erst nach mehreren Einlagen aus dem Mühlwinkl entließen.

Text : Rainer Strasser , Fotos : Alex Welte

Nach dem Konzert in Staudach am 11.4.2003 mit zwei treuen Gästen aus Norddeutschland und Alex Welte.